Therapie
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Patienten
  • Erwachsene aller Alterstufen
  • Jugendliche
  • Kinder
Praxis
  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie
  • Medikamentöse Therapie in enger Zusammenarbeit mit den Hausärzten
Stichpunkte
  • Indikation:
    psychosomatische, funktionelle und somatopsychische Störung, Essstörungen, Depression, Krisenintervention, Partnerschaftsprobleme, Erziehungsprobleme, Mobbing, Burn-out-Syndrom, Suchtprobleme, Persönlichkeitsstörung,
  • Nachbetreuung nach stationärer Behandlung in psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken
  • Begleitung und Beratung pflegender Angehöriger (Altenbereich und chronisch „psychisch Kranker“)
Grundlagen
  • Individualpsychologie nach Alfred Adler, Neopsychoanalyse, Entwicklungspsychologie, Sozial-kognitive Lerntheorie, Forschungen zur Gruppenpsychotherapie
  • Grundlagen einer Personalen Psychologie
    Bei den im Folgenden dargelegten Grundlagen einer Personalen Psychologie handelt es sich - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - um eine Synopse, eine schöpferische Verbindung verschiedener theoretischer Ansätze zu einem neuen Ganzen. Die im Folgenden skizzierten Ansätze überschneiden sich teilweise und bilden in anderen Aspekten wichtige und notwendige gegenseitige Ergärzungen. Die Personale Psychologie steht in der philosophischen Tradition der personalen Auffassung vom Menschen und sieht den Menschen als Person, ausgestattet mit Soziabilität, als Wesen, das sich im sozialen Bezug individuell entwickelt, führt zu Vernunft und Ethik und zur Schaffung von Kultur.

    (Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Personale Psychologie und Psychotherapie)
Arbeitsweise
  • Gleichwertige Begegnung von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe
  • offenes Gespräch über alle Sorgen und Nöte mit einem einfühlsamen Gesprächspartner jenseits von „Diagnosen“, „Etiketten“ und Schubladen
  • Erfassung der Gesamtpersönlichkeit unter Erkennung verfehlter Grundannahmen und Lebensstile
  • Veränderung nicht an den Schwächen und Problemen orientiert, sondern von den Stärken und Fähigkeiten her
  • Lernen nicht nur das eigenen „Ach und Weh“ sondern auch den Mitmenschen ins Auge zu fassen
  • sich selbst als Teil einer größeren Gemeinschaft, als „Mitspieler“, zu sehen.
Hintergrundinfo

Die Erkenntnisse Adlers, der Neopsychoanalyse, der Entwicklungspsychologie und der sozial-kognitiven Lerntheorie und die Forschungen zur Gruppenpsychotherapie fügen sich zu einer personalen Theorie der Persönlichkeit, die einige grundsätzliche Aussagen zulässt:
,,Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen, dessen soziale Bindungen die Grundlage seiner Sozialstrukturen sind." (Karin Grossmann). Einigkeit besteht auch darüber, dass die Grundlage für die seelische Entwicklung ganz entscheidend in der Kindheit gelegt wird, dass aber psychische Störungen nicht unveränderbar sind, sondern durch spätere Erfahrungen (zum Beispiel in einer Psychotherapie) korrigiert werden können. Dabei verleiht die je einzigartige individuelle Art jedes Menschen, mit seiner Umgebung schöpferisch in Wechselwirkung zu treten und aus Erlebtem Schlüsse zu ziehen, jedem eine ganz eigene innere Bewegungslinie, die auf Bewältigung des Lebens ausgerichtet ist (Adler nannte dies Lebensstil).
Als weitere Konvergenz geht aus den skizzierten Theorien hervor, dass Beziehungsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und zwischenmenschliche Verbundenheit über die gesamte Lebensspanne von grundlegender Bedeutung bleiben. Dabei erscheint einerseits die Fähigkeit wichtig, bei Überforderung der eigenen Ressourcen Unterstützung zu suchen und andererseits - je nach Situation - auch Hilfe und Unterstützung geben zu können. Vertrauen in die Menschen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stehen oft in Beziehung zueinander, weshalb ,,emotional intelligente" Menschen ebenso über Kooperationsfähigkeit, Sozialkompetenz und Empathie wie über ausgeprägte Individualität, innere Eigenständigkeit, Selbstbeherrschung, Selbsterkenntnis und Selbstkompetenz verfügen.
Die dargestellten Befunde stellen ein differenziertes diagnostisches und therapeutisches Instrumentarium zur Verfügung, mit dem die individuelle Lebens- und Lerngeschichte eines Menschen nachvollzogen und der therapeutische Prozess - je nach Indikation im Einzel- und/ oder im Gruppensetting - in all seinen Facetten und Phasen ausgeleuchtet und gestaltet werden kann.
Das therapeutische Arbeitsbündnis ist die Grundlage, die ,,sichere Basis", von der ausgehend der Patient seine innere und äußere Realität explorieren und seine Arbeitsmodelle erkennen, überprüfen und anpassen kann. Diese Arbeitsmodelle beruhen auf seinen ursprünglichen Bindungserfahrungen. Lebensgeschichtliche Erfahrungen leben in der therapeutischen Beziehung wieder auf; dabei können auch die dazugehörigen Erinnerungen, Wünsche, Hoffnungen und die damit verbundene Angst und Abwehr reaktiviert werden. Dieses Aufleben vorangegangener Erfahrungen und Emotionen ermöglicht die Untersuchung und Veränderung in der Gegenwart, das heißt in der therapeutischen Beziehung. Dies kann aber auch implizieren, dass äußerst verletzliche Gefühle reaktiviert werden, was Dagmar Zimmer Höfler und Daniel Hell zum Hinweis veranlasste, ,,im Sinne einer therapeutischen Ethik den feinfühligen Umgang mit Bindungsgefühlen vor Technik und Methode" zu stellen. In diesem Prozess muss zudem auch sorgfältig auf allfällige Übertragungs- und Gegenübertragungsaspekte geachtet werden.
In Ergänzung dazu sollte sich der Therapeut bewusst sein, dass jeder Patient eine ihm eigene innere Dynamik, eine je individuelle Art hat, mit Gefühlsabläufen, Erlebtem, Beziehungserfahrungen und Lebensanforderungen umzugehen. Wenn es gelingt, diese Bewegungslinie zu erfassen, ergibt sich ein Zugang zu dem jedem Menschen eigenen Lebensstil. Es kann nötig sein, am Lebensstil gemeinsam Veränderungen vorzunehmen. Dabei kann der Schwerpunkt je nach Indikation eher auf der Veränderung kognitiver Einstellungen oder mehr im emotionalen Bereich liegen (,,korrigierende emotionale Erfahrung").
Der Aufbau und das Einüben (,,Modellieren") adäquater Verhaltensstrategien trägt oft dazu bei, dass sich der Patient schneller aus seinen Lebensradius einschränkenden oder problematischen Mustern befreien kann. Das lerntheoretisch geforderte Verstärken durch Erfolgserlebnisse erfolgt einerseits durch neue Erfahrungen aufgrund neuer Verhaltensweisen, andererseits ist es häufig notwendig, dass der Therapeut explizit auf diese Erfolge verweist und sie damit verstärkt (siehe sozial-kognitive Lerntheorie).
Das Wissen um die protektiven Faktoren schärft den Blick des Therapeuten für die Ressourcen des Patienten. Dabei liegen den statistisch gefundenen Zusammenhängen stets innere psychodynamische Prozesse zugrunde, die im Einzelfall erschlossen werden können.
Es ist eine wichtige Aufgabe des Therapeuten, dem Patienten seine Ressourcen bewusst zu machen und diese in der therapeutischen Beziehung direkt anzusprechen. Nicht selten knüpft der Therapeut direkt an diesen Ressourcen an, um eine positive therapeutische Beziehung aufzubauen.
Die hier nur andeutungsweise skizzierten Abläufe tragen dazu bei, dass der Patient in die Lage kommt, eigenständig mit seinen Problemen umzugehen und dass er eine Fähigkeit zur Selbsthilfe gewinnt, die über die Psychotherapie hinaus in seinem weiteren Leben trägt.

(Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Personale Psychologie und Psychotherapie)

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